#NeinSagen: Nein, nein und nochmals nein!

Alltag-Beitragsbild

Im Berufsleben und in der Freizeit sind wir Situationen ausgesetzt, in denen man etwas von uns möchte. Mal möchte der Kollege, dass man für ihn einspringt. Mal braucht ein Bekannter Hilfe bei der Wohnungsrenovierung. Und wir wollen nicht Nein sagen.

Gegen Hilfsbereitschaft spricht ja grundsätzlich nichts und man soll zukünftig auch nicht zu Allem NEIN sagen, sondern dann, wenn wir NEIN meinen. Es spricht nämlich manches dafür, auch wenn uns das generell schwer fallen mag. Bevor ich hier in medias res gehe erzähle ich, dass ich mit dem Beitrag auch einer Einladung von „DIE KERNFORSCHER“ zur

Blogparade: #NeinSagen und selbstbestimmt glücklich werden folge.

Wenn wir unsere eigenen Wünsche, Interessen und Bedürfnisse immer hinten an stellen, dann kann das nicht gut sein. Wir werden unzufrieden, vielleicht sogar unglücklich, möglicherweise sogar krank. Es ist nicht gut, des lieben Friedens Willen, immer nur ja zu sagen. Es ist nicht gut ja zu sagen, weil wir Streit vermeiden wollen. Es ist nicht gut, immer Ja zu sagen, um mehr Zuneigung zu bekommen. Ja sagen, obwohl unser Inneres Nein meint, ist schlecht.

Besser wäre, ein eindeutiges und freundliches Nein,:

  • wenn man schon wieder die Schicht eines Kollegen übernehmen soll
  • wenn die Kinder noch eine halbe Stunde aufbleiben wollen, obwohl sie wieder mal längst im Bett sein müssten.
  • wenn ein Bekannter wieder mal Geld braucht, dass man ihm mal eben leihen soll
  • wenn man zum zigsten mal die Hausaufgaben für einen Mitschüler zum abschreiben hergeben soll
  • wenn man generell etwas machen soll, was man aber eigentlich nicht machen will

Im Beruf steht man auch mal vor der Entscheidung, ob man ernst genommen werden will, oder lieber „everybodys darling“ ist. Aus der Erfahrung heraus glaube ich sagen zu können, dass es auch in vermeintlich kleineren Firmen immer jemanden geben wird, der einen nicht mag. Das mit dem „everybodys“ sollte man also relativieren. Außerdem kann ein zu schnelles „JA“, obwohl man „NEIN“ meint, nach hinten los gehen. Zum Beispiel wenn einem eine Aufgabe zugewiesen wird, die man aber (wissentlich) nicht pünktlich bewältigen kann. Da empfiehlt sich, das dem Chef sofort/zum richtigen Zeitpunkt zu sagen. Zum einen kann er noch nach anderen Lösungen suchen (vielleicht sogar eine, zu der man eindeutig JA sagen kann) und man selber entgeht Druck und vorprogrammiertem Ärger. Wem nützt schon eine halbherzige und schlampige Arbeit?

Wer nicht Nein sagen kann, der wird sein Ja oft nicht halten können.  Lebensweisheit

Selbstbewusstsein stärken – Nein sagen

Ich helfe gerne, wenn ich kann und ich nicht das Gefühl habe, ausgenutzt zu werden. Und wenn dann mal meine Interessen hinten dran stehen, dann ist es OK. Ich glaube mein Maß zu kennen.  Es ist für mich OK, mal nein zu sagen, denn

  • Ich darf nein sagen.
  • Ich mache nichts verbotenes, wenn ich nein sage.
  • Ich lasse mich nicht ausnutzen
  • Ich kann mit einem Streit umgehen.
  • Ich kann meine Interessen vertreten
  • Ich kann es aushalten
  • Ich habe kein schlechtes Gewissen
  • Ich hab es mir verdient, meine Wünsche zu berücksichtigen
  • Ich habe keine Angst, zukünftig abgelehnt zu werden.
  • Ich bin nicht rücksichtslos, auch nicht zu mir
  • Ich lasse mir Zeit zum überlegen

Warum schreibe ich hier von „ich darf“ und „nichts verbotenes„? Nun, wie vieles andere, fängt auch das Nein sagen im Kopf an. Wir müssen es uns innerlich quasi selbst erlauben. Viele von uns reagieren auf Anfragen eher mit: „ich kann da doch nicht nein sagen.“ oder „ich kann das doch nicht abschlagen„. Doch kann man. Das heißt ja nicht, dass man ab sofort alles ausschlagen soll. Das heißt vielmehr zu schauen, wieviel einem selber gut tut, und was mit den eigenen Wünschen eventuell kollidiert. Unsere eigenen Wünsche sind nämlich auch sehr wichtig.

Die kürzesten Wörter, nämlich ‚ja‘ und ’nein‘ erfordern das meiste Nachdenken. Pythagoras von Samos

Ich hab dich durchschaut

Menschen , die etwas von uns wollen, wenden möglicherweise auch mal überrumpelnde Taktiken an, um uns ein JA zu entlocken. Das erschwert das „NEIN“ sagen. Da werden unter Umständen Schuldgefühle oder Druck ausgelöst. Einige sind Schmeicheler par ex­cel­lence. Andere kennen den Weg der Mitleidstour sehr genau. Mögliche Reaktionen darauf könnten sein:

  • Über ihre Anerkennung freue ich mich sehr, dennoch kann ich diese Arbeit heute nicht mehr übernehmen. (Morgen könnte ich das gerne machen).
  • Ich möchte nicht sofort zusagen. Ich schlafe eine Nacht darüber und gebe dir morgen Bescheid.“
  • Dir wird mein Nein nicht gefallen. Ich kann es verstehen, aber ich möchte mir dennoch keine Schuldgefühle machen lassen

Überraschung – Nein sagen

Die Menschen aus dem unmittelbaren Umfeld mögen einen als Jasager kennen und könnten entsprechend überrascht reagieren, wenn sie plötzlich ein mutiges „Nein“ hören. Von irritierten Reaktionen und Rückmeldungen sollte man sich nicht aus dem Konzept  bringen lassen. Wir müssen und können das aushalten, weil wir selbstbewusst(er) und sta(ä)rk(er) sind. Mit diesem Selbstbewusstsein wissen wir auch, dass wir dennoch geliebt werden, dennoch gebraucht werden. Wir sind keine Egoisten, weil wir unsere Grenzen kennen. Wir sind nicht herzlos, weil wir mit unserer Kraft haushalten. Wir sind hilfsbereit, interessiert und müssen keine Schuldgefühle haben. Ob im Kollegenkreis, in der Familie und im Alltag. A pros pos Alltag.

Nein, No, Nee, La, Ne, Nej, Non

Ein Nein zur rechten Zeit, erspart viel Widerwärtigkeit dt.Sprichwort

In der letzten Zeit gab und gibt es viele Möglichkeiten und Plattformen um möglicherweise ein: „Nein“ üben zu können. Ein Thema zum Nein-sagen drängt sich mir förmlich auf. In Blogger für Flüchtlinge oder Blogger gegen Hass habe ich das unter anderem ja schon mal getan.

Thomas schrieb dieser Tage etwas zu den Gemeinschaftsstandards bei Facebook . Da krieg ich Hals und das nicht vom Kopfschütteln. Horst, ein weiterer – von mir geschätzter – Blogger, kündigte nun an, seine Accounts bei Facebook, Twitter und Google+ zu löschen.

Ich möchte erneut ein deutliches und hoffentlich gut zu hörendes Nein sagen.

Ein Nein zu:

  • Herzlosigkeit gegenüber Mitmenschen, also auch Flüchtlingen, in Not
  • Rassismus
  • Fremdenfeindlichkeit
  • Ausländerhass
  • Hetzparolen
  • Respektlosigkeit
  • Hass
  • Ungerechtigkeit
  • Nazis
  • Vorurteilen
  • Schmiergeld
  • Steuerhinterziehung
  • Korruption
  • Betrug

und und und ………

Mir ist bewusst, dass es noch ganz viele NEINs zu sagen gäbe.  Seht diese hier als stellvertretend an.

Und schließlich

Richtig und zur richtigen Zeit NEIN zu sagen, wenn man Nein meint, ist ein Lernprozess. Wir achten auf uns, nehmen Druck und Stress weg und tun etwas für unser Wohlbefinden. Und daraus folgernd tun wir etwas für unsere Gesundheit.

Ich lade euch sehr herzlich ein und sage ein ganz eindeutiges JA zu euren Meinungen und Gedanken.

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Hans

Ich bin 1961 geboren und ein großes Interesse gilt dem Bloggen, Foren und dem Internet mit vielen seiner vielfältigen Facetten. Über das Bloggen kann man unter anderem viele interessante und tolle Menschen kennen lernen.

24 KommentareIch freue mich über jeden Kommentar

  • Hallo Hans,
    da hast du dir ja wieder ein schwieriges Thema ausgesucht :-) Im richtigen Moment NEIN zu sagen, kann wirklich extrem schwierig sein und die meisten von uns müssen das wahrscheinlich erst im Lauf des Lebens lernen. Dabei ist es natürlich sehr wichtig, wenn man nicht untergehen will. Ich habe auch sehr lange gebraucht, um das zu lernen. Aber wenn man es erst mal geschafft hat, kann es sehr befreiend sein.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

    • Hallo Ann-Bettina,
      danke für dein Feedback. Ja, ein NEIN ist schwer. Also ein richtiges NEIN zur richtigen Zeit.
      Ich habe da auch lange gebraucht es zu verinnerlichen. Mir erst mal bewusst zu werden, dass es kein Verbrechen ist, Nein zu sagen. Zugegeben, im Beruf ist es noch etwas schwieriger, aber auch nicht unmöglich.
      LG Hans

  • Guten Morgen Hans,
    Da hast du ja wieder ein schweres Thema aufgetan, in vielen offizielen Bereichen und bei meinem Standpunkt kann ich recht gut auch mal Nein sagen,
    aber im persönlich Bereich (wenn wieder jemand was von mir will) fällt mir das Nein oft viel zu schwer wie es eigentlich sollte und am Ende kommt dann halt immer noch ein Ja.

    • Hallo Petra,
      danke und schön, dich mal wieder hier zu lesen. Ich tue Menschen auch gerne einen Gefallen oder helfe, wenn ich kann. Ich kann mittlerweile aber auch Nein sagen. Ich habe mir in manchen Dingen auch angewöhnt, mal eine Nacht über eine „größere“ Entscheidung zu schlafen. Ich glaube, ich hab da ein gutes Maß gefunden, wobei ich im letzten Jahr deutlich weniger entscheiden musste.
      LG Hans

  • Sehr schöner und interessanter Beitrag. Ich würde gerne Teile dieses Beitrages in einem meiner nächsten Posts verwenden und frage deswegen mal hier freundlich um erlaubniss. Natürlich würde ich dich als Quelle angeben und zudem auch deinen Blog mit im Post verlinken. Ich denke das ich Teile dieses Beitrages für meinen Post am Samstag verwenden würde, wenn du dies mir gestattest.

  • Hallo Hans,

    zu deinem sehr nachdenklichen Artikel fällt mir (natürlich) das inzwischen kategorische NEIN einer gefühlten Mehrheit der deutschen Bevölkerung ein, die keine (zum Teil falschen?) Flüchtlinge aufnehmen wollen. Zwischen den Zeilen lese ich oft, dass es nicht etwa „nur“ um die Begrenzung der Zahl geht (Obergrenzenforderung), sondern dass sich dieses eindeutige NEIN durchaus auch auf die Menschen bezieht, die schon im Land sind. Ich meine, dass man die vielfältigen Fragestellungen, die damit im Zusammenhang stehen, nicht einfach mit ja oder nein beantworten kann. Ich verstehe, dass die Situation zur Verunsicherung und vielleicht auch zu Ängsten führt. Ich mache mir auch Sorgen.

    Die Vereinfacher dominieren inzwischen alle öffentlichen Diskussionen. Ich versuche verzweifelt, wenigstens die Motivation derer zu begreifen, die in wenigen Worten Flüchtlinge und „Gutmenschen“ in Bausch und Bogen verdammen.

    Mehr oder minder steckt eine diffuse Zukunftsangst dahinter. Aber oft ist die Sorge zu erkennen, dass man in seiner persönlichen Komfortzone gestört werden könnte. Dabei ist in unserer aktuellen Lebensrealität noch fast gar nichts von der Anwesenheit der Menschen zu spüren. Die Bilder, die Vorstellungen und natürlich die Hasstiraden im Internet bieten offenbar ausreichend Gelegenheit, all das Schreckliche zu formulieren.

    All das ist schlicht das Gegenteil dessen, was unsere kulturelle und religiöse Identität eigentlich nahelegen würde. Aber worauf sind wir denn bitte so stolz, wenn nicht auf die Werte, von denen wir doch behaupten, dass sie uns auszeichnen?

    Nicht Nächstenliebe dominiert unser Denken, sondern der pure Egoismus. Würde das wenigstens klar und deutlich ausgesprochen, könnte man besser damit leben – ich jedenfalls. Stattdessen erleben wir, wie Menschen in großen existenziellen Nöten mit Vorurteilen, Beschimpfungen, unbegründeten Beschuldigungen, Verallgemeinerungen und Bedrohungen an Leib und Leben begegnet wird.

    Man hört davon, was alles unmöglich ist, was wir nicht leisten können. Es wird über Dinge (Gesetze und Regeln, Mögliches und Unmögliches) gesprochen aber viel zu selten über Menschen. Dabei sehen wir in den Nachrichten tagtäglich das Elend, dem die Flüchtlinge ausgesetzt sind. Und zwar nicht zuletzt aus dem Grund, dass die Institutionen Europas wieder einmal versagen. Aber es ist nicht nur die EU, die nicht funktioniert. Viele Politiker fühlen sich berufen, im vorauseilenden Gehorsam den Willen des Mobs umzusetzen. Im Allgemeinen nennt man dies Populismus. Aktuell ist es eher der Volkswille, dessen Umsetzung von Politik und „Lügenpresse“ (Pegida, AfD) behindert wird. Der Schriftsteller Botho Strauß hat kürzlich geschrieben, dass der Hass auf Flüchtlinge „vor allem eine unkontrollierte Reaktion auf die Beschwichtigungen der politisch Verantwortlichen“ sei. Das mag richtig sein, es nimmt der Gesellschaft aber nicht die individuell Verantwortung für das ab, was gerade abläuft.

    Am Schlimmsten empfinde ich die „Auseinandersetzung“ mit menschlichem Leid in den so genannten sozialen Netzwerken. Das ausgerechnet sie das Adjektiv sozial im Namen führen hat keinen Bezug zum Problem. Aber es ist für mich dennoch bemerkenswert.

    Ich habe meine Ankündigung heute wahr gemacht und die 3 Accounts gelöscht. Danke für die Erwähnung. Mir ist klar, dass mein NEIN zu Facebook, Twitter und Google+ ohne jede Wirkung bleibt. Mein Blog wird noch etwas unsichtbarer als er es jetzt schon ist.

    Aber ich hoffe, dass es mir gut tut, mich mit all den menschenverachtenden Kurzkommentaren (kurz sind sie ja überwiegend) nicht mehr in der bisherigen Art und Weise konfrontiert zu sehen. Dass es sie trotzdem weiter geben wird – natürlich auch außerhalb der „sozialen“ Netzwerke – ist mir selbstverständlich absolut klar. Aber ich habe wenigstens NEIN gesagt. (Danke für deine Erwähnung).

    Liebe Grüße
    Horst

    • Hallo Horst,
      danke für deine Zeilen. Ich bin überzeugt, dass von der Bevölkerung noch keiner Nachteile in seinem Komfort, durch die Mitmenschen auf der Flucht, hatte. Ich kann es verstehen, wenn es Fragen oder Sorgen gibt. Und ich kann auch verstehen, dass man da auch möglichst Antworten haben möchte.

      Mir macht es auch Angst, mit wieviel Hass ein Teil der Menschen erfüllt ist. Woher kommt diese Menschenfeindlichkeit? Was treibt dazu an? Mit christlicher Nächstenliebe hat das herzlich wenig zu tun. Mich erschrecken die ganzen Horrornachrichten auch, und manchmal muss ich dann abschalten, wenn es zu viel wird.

      Das mit den Netzwerken, und da vor allem das blaue, ist ein Unding. Dieser Gemeinschaftsstandard ist ja wohl mehr als fragwürdig. Mal angenommen, einer der darüber entscheidet, was geschrieben werden darf und was vielleicht gelöscht wird, hat Kinder. Nach welchen Werten werden da Kinder erzogen, wenn diese Hass-Propaganda, die Tag für Tag zu lesen ist, nicht gelöscht werden muss. Mehr als NEIN zu einem solchen Standard kann ich nicht sagen.

      Dein NEIN wird nicht die ganze Problematik ändern, nicht die Welt besser machen, aber es ist immerhin ein eindeutiges Bekenntnis. Es ist ein „NEIN“ mehr. Und mir ist jedes einzelne „NEIN“ tausend mal wichtiger als der ganze Hass und diese menschenverachtende Schmierereien in den „?sozialen?“ Wie ich dir gestern schon sagte, wirst du es dir überlegt und vielleicht nicht leichht gemacht haben. Ich bleibe auch ohne die s.g. „Sozialen?“ Stammleser. Und vor Allem schließe ich mich deinem Wunsch herzlich an. Es soll dir gut tun.

      Eine Botschaft, die ich in meinem Beitrag transportieren wollte, ist, dass man auch klar und eindeutig „NEIN“ sagen soll, wenn einem etwas nicht gut tut. Nochmal vielen Dank für deine offenen Worte und wir lesen uns ja. HG Hans

  • Oh ja, Nein sagen musste ich auch lernen – das ist mir früher immer sehr schwer gefallen. Sei es im Job, im Hobby oder auch im privaten Umfeld. Thomas kannst Du mal hier, kannst Du mal ja – und irgendwie wollte man keinem vor den Kopf stossen und hat immer schön ja gesagt und dann gemacht.

    Dabei ist mir das dann alles irgendwann über den Kopf gewachsen. Und Dank einer tollen Ansage von meiner Frau habe ich es dann lernen müssen. Und siehe da, es tut überhaupt nicht weh. Es ist gar nicht schlimm, nicht immer für andere da zu sein. Natürlich, bei wichtigen Dingen hilft man. Aber beim 1712. Computer-Problem, bei einem Bekannten über 23 Ecken, der dann als Dank einen Tag später anruft („Seit dem Du da warst…“). Nein, hier sage ich inzwischen Kategorisch Nein, wie bei vielen anderen Dingen auch.

    Im Alltag ist das Nein der breiten Masse, in meinen Augen, oft zu leise. Konkret sieht man das ja bei der Flüchtlingssituation. (Danke übrigens fürs Verlinken). Dieser ganze Hass steht mir zu oft unwidersprochen im Netz. Da wird lieber geschwiegen, als deutlich zu sagen „Nein, so einen Mist will ich nicht lesen und auch nicht hinnehmen“. Das Problem ist aber vermutlich der verschärfte Ton, der mittlerweile in den Diskussionen herrscht. Extreme Seiten hauen (noch) verbal aufeinander ein – und wenn man dazwischen argumentiert, dann bekommt man es schlimmstenfalls von beiden Seiten auf die Ohren.

    LG Thomas

    • Hallo Thomas,
      und vielen Dank. Gott sei Dank kann man das #NeinSagen immer erlernen. Als ich es verinnerlicht hatte, hab ich mich kurz geärgert, warum ich das nicht schon viel früher gemacht habe. Wir sprechen ja – wie so oft – eine Sprache. Ich sag auch nicht nur noch zu allem Nein, aber ich kann abwägen. Ich kann mein Befinden einschätzen und danach entscheiden.

      Du hast Recht, dass das NEIN zu leise ist, aber mit jedem einzelnen NEIN, wird die freundliche Stimme immer lauter. Wenn jeder sagt, „wer hört mein Stimmchen“ dann bleibt es natürlich still. Diese ganzen Hass-Schmierereien sind in einem – nie für möglich gehaltenen – Ausmaß, dass viele erschrocken sind und vielleicht auch Angst haben.

      Ich kann beides ein wenig verstehen. Aber statt pfeifend in den Keller zu gehen, können wir auch „Nein-rufend“ durchs Treppenhaus marschieren. Dann finden sich Nachbarn, die einem möglicherweise die Angst vor dem Keller etwas nehmen. Und es sind wieder ein zwei „NEIN-Sager“ mehr.
      LG Hans

  • Hallo Hans,
    ein schwieriges Thema gut aufgearbeitet.
    Es ist oft einfacher „ja“ zu sagen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Aber eine Dauerlösung ist es nicht, da man dadurch unzufrieden wird. „Nein“ sagen kostet viel Mut und Selbstvertrauen, manche müssen es erst lernen.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,
      danke herzlich für dein Feedback.
      Das ist ja die Krux, dass man es erlernen muss. Beziehungsweise erst mal zu erkennen, dass dann und wann ein Nein, doch von Vorteil ist.
      LG Hans

  • Hallo Hans,

    ich finde, dass Du dieses Thema super in Deinem Beitrag behandelt hast. Ich kenne auch sehr viele Menschen, die selten „Nein“ sagen können und meine, dass diese leider viel zu oft durch berechende Mitmenschen ausgenutzt werden. Wie sagt man so schön? „Die sind einfach zu gut für diese Welt“.

    Ich habe das immer wieder in meinem mittlerweile 30jährigen Berufsleben beobachten müssen … und daraus gelernt. Bist Du jederzeit nett und hilfsbereit, wirst Du immer von jedermann zu Rate gezogen oder um Hilfe gebeten. Während Dein ungenießbarer Kollege eine ruhige Kugel schiebt.
    Und irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, an dem Du sagst „Ich muss einfach lernen, „Nein“ zu sagen.“ Ich nenne das mal ganz profan: „gesunder Egoismus“.

    Irgendwann hatte ich das soweit „perfektioniert, dass meine damalige Chefin mich als „Zicke der Abteilung“ betitelte. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gifDas hat sie noch nicht einmal böse gemeint und wir haben uns wirklich immer sehr gut verstanden. Meine Antwort war darauf „Aus Deinem Mund klingt das wie ein Kompliment“. ;-)
    Ende vom Lied war dann auch – sie war wirklich eine Herzensgute und in ihren Augen waren alle Menschen lieb – , dass man ihre Herzensgüte nach über 40 Jahren arbeitende Tätigkeit nie wirklich anerkannt hat und sie daraufhin in ihrem Ruhestand nie wieder ihr ehemaliges Dienstgebäude betreten hat, um mal ihre alten Kollegen zu besuchen.
    Ich behaupte mal von mir, dass es natürlich Menschen in meinem Leben gibt, bei denen ich nie Nein sagen könnte, weil sie in meinen Augen wunderbare Menschen sind, die es wert sind, dass ich mir für sie ein Bein ausreißen würde. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich.
    Aber ich unterscheide da schon sehr. :-)

    Lieben Gruß
    Sylvi

    • Hallo Sylvi,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
      Es ist in der Tat so, dass jene, die etwas wollen, sich auch mal gut aufs „unter Druck setzen“ verstehen. Dem gilt es im ureigenen Interesse entgegen zu wirken.

      Natürlich gibt es Menschen, denen man gerne einen Gefallen tut. Und bei denen man gar nicht bis wenig nein sagt. Das NEIN soll ja nicht auf Teufel komm raus zu jedem und allen gesagt werden, sondern zur richtigen Zeit eindeutig. Das schafft auch Klarheit und die ist besser, als „weiß ich noch nicht“ oder „muss ich mal überlegen„. Aber, das weißt du ja. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif
      LG Hans

  • Hallo, bin mehr durch Zufall auf diesen Beitrag gestoßen. Ich bin gelernter Hypnosecoach im Ruhestand. Besser hätte ich das meinen Klienten auch nicht erklären können.Ich sage immer wieder „Leute lernt NEIN SAGEN“, das ständige ja sagen kann euch krank machen. Jeder muss natürlich dabei sein eigenes Maaaaaß finden. LG Jürgen

    • Hallo Jürgen,
      danke für dein Feedback. Nein sagen muss man neu lernen. Das geht aber irgendwann ganz gut. Nämlich dann, wenn sein Maß gefunden hat. HG Hans

  • Vielen Dank Hans für Deinen Beitrag zu unserer Blogparade. Ich werde diese Woche mir selbst einmal genauer Zuhören, wie ich persönlich auf Neins reagiere, die ich von anderen erhalte und werde mal neugierig sein, auf welche Arten von Nein ich entspannt und wohlwollend reagiere und bei welchen meine Augenbrauen in Bewegung kommen. Vielen Dank also auch für diese Anregung.

    • Hallo Bella,
      ich hab zu danken. Ist ein spannendes Thema und mir darüber den einen oder anderen Gedanken wieder mal abzurufen, sollte nicht nachteilig sein ;-)
      Ich wünsche eine gute, neue Woche

  • An sich ist „Nein“ sagen nicht schwer wie ich finde. Doch in richtigen Momenten und zu bestimmten Personen ist es schwierig mal „Nein“ zu sagen. Man möchte keinen enttäuschen oder verletzen. Dann ist da ja auch noch das schlechte Gewissen. Aber nicht nur sagen, sondern ein „Nein“ zu akzeptieren ist auch nicht einfach. Oder was sagt ihr? Könnt ihr selber ein „Nein“ gut akzeptieren? Meistens denkt man nicht nach aus welchem Grund einem „Nein“ gesagt wird… und man ist Traurig, enttäuscht oder Sauer. Natürlich ist es nicht immer so.

    • Hallo Susanne,
      das ist ja ein entscheidender Punkt beim „NEIN sagen“. Man muss „lernen“, dass man deswegen eben kein schlechtes Gewissen haben muss. Ich verletze ja niemanden bewusst, wenn ich mal etwas absage.

      Wenn sich der andere verletzt fühlt, dann sollte er möglicherweise mal seine Erwartungshaltung überprüfen.

      Ich kann meistens mit einem „NEIN“ ganz gut umgehen. Wenn ich mir erlaube auch mal etwas abzusagen, dann will ich das anderen auch zugestehen. Danke für deine Ansicht.

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