Routine, Gewohnheiten und Rituale

Alltag-Beitragsbild

Viele Menschen mögen es in ihrem Leben durchaus bunt und abwechslungsreich. Sie verknüpfen Gewohnheit und Rituale mit Spießigkeit und Langeweile. Ich mag auch Abwechslung, finde aber manche Gewohnheiten und Rituale schön und wichtig. Gewohnheiten können uns Behaglichkeit und Sicherheit geben.

Was sind Rituale?

In der eig. Bedeutung ist ein Ritual eine nach vorgegebenen Regeln ablaufende, meist formelle und oft feierlich-festliche Handlung mit hohem Symbolgehalt. Sie wird häufig von bestimmten Wortformeln und festgelegten Gesten begleitet und kann religiöser oder weltlicher Art sein (Gottesdienst, Begrüßung, Hochzeit, Begräbnis…).  >>klick<<

Was ist Gewohnheit?

Als Gewohnheit wird eine unter gleichartigen Bedingungen entwickelte Reaktionsweise bezeichnet, die durch Wiederholung stereotypisiert wurde und bei gleichartigen Situationsbedingungen wie automatisch nach demselben Reaktionsschema ausgeführt wird >>klick<< Man könnte auch sagen, sie werden geprägt durch Regelmäßigkeit. Sie sind Teil von uns. Sie gehören zu unseren Eigenheiten.

In der Gewohnheit liegt das einzige Behagen des Menschen. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Routine?

Weniger Routine, mehr Leben! Amos Bronson Alcott (1799 – 1888)

Die Fähigkeit eine Tätigkeit durch häufige Wiederholungen und Erfahrung sehr sicher und schnell auszuführen.  Man ist „routiniert“ und geübt. Aber letztlich ist es auch Synonym für Gewohnheit. Nun will ich aber mal keine Wortklauberei betreiben, sondern schauen:

Wie wichtig sind Gewohnheiten und Routine?

Braucht der Mensch Gewohnheiten? Oder sind sie spießig? Ich finde, manche Gewohnheit, manches „Ritual“ gibt uns Wohlergehen und Verlässlichkeit. Sie gibt TG-logo.pngunserem Leben Struktur und Ordnung. Wiederholungen machen uns sicherer. Wir vertrauen eher. Gewöhnung stärkt eine reißfeste Bindung. Das erfahren Kinder mit ihren Eltern und wir mit unseren Partnern. Gut sind (An)gewohnheit, die uns guttun, in welcher Form auch immer. Es sind lieb gewonnene Gewohnheiten.

Eine alte Gewohnheit legt sich so leicht nicht ab, und eine Richtung, die wir früh genommen, kann wohl einige Zeit abgelenkt, aber nie ganz unterbrochen werden. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Gerade älteren Menschen fällt es schwer(er) von ihren Routinen zu lassen. Sie vereinfachen ja auch ihr Leben. Manches läuft wie automatisiert ab und man muss sich nicht nochmal Gedanken machen, wie man eine Aufgabe bewältigen könnte. Wenn ich und meine Geschwister mal in den Ferien bei den Großeltern waren, erlebten wir eine Form der Routine. Es musste immer pünktlich um 12:00 gegessen werden. Wenn wir schon mal 10 Minuten > später kamen, weil wir dieses „pünktlich um essen“ von zu Hause aus auch nicht so extrem kannten, aßen sie bereits. „Wir sind das so gewöhnt“.

Wir fanden das als Kinder in der Tat etwas spießig. obwohl uns Pünktlichkeit als Tugend anerzogen wurde.

Kehrseite der Gewohnheiten

tages-gedankenGewohnheiten haben natürlich auch eine Kehrseite. Wir nehmen manches (unbewusst) weniger wahr. Wir werden unter Umständen schon mal unflexibel. Ich bin im letzten Jahr, als ich das noch konnte zum Beispiel regelmäßig zu einem Termin in eine Klinik gefahren. Das war zu 70 % der Weg, den ich lange Zeit früher zur Arbeit fuhr. Und das war zu dieser Zeit auch der einzig vernünftige Weg.

Aus Gewohnheit/Routine fuhr ich w.g. diesen Weg auch wieder. Bis einmal meine Frau mitfuhr und mich dann irgendwann fragte, wie umständlich ich denn fahre. Es gäbe doch einen wesentlich schnelleren Weg. Diese Option gab es damals wie erwähnt noch nicht. Die Gewohnheit machte mich blind, einen neuen und besseren Weg wahr zu nehmen. Zu schauen, was ist auf dem vertrauten Weg denn alles drum herum. Ich habe mir darum einfach keine Gedanken gemacht.

Ich habe eine Gewohnheit, die ich sicher mit vielen Menschen teile. Ich muss morgens als erstes erst mal einen Kaffee haben. Ein Tag, der ohne Kaffee startet, ist ein doofer Tag. Ich bin dann auch anders drauf, schlechter gelaunt. Höchstwahrscheinlich hat das gar nichts mit dem Kaffe an sich zu tun, sondern mit der Gewohnheit und dem Denken.

Ich kenne tatsächlich auch Menschen, denen es egal ist, was sie am Morgen trinken. Die sogar sagen, es sei doch schön, Abwechslung zu haben. Also mal Milch zu trinken oder das Tee-Sortiment durch zu probieren. So ähnlich geht es übrigens auch Nicole von NicMag. Sie Ich mag es, sich spontan entscheiden zu können. Ich zitiere sie mal: „Die einzige Routine ist, dass es keine Routine gibt.“

Sie war es übrigens auch, die zur Blogparade: Routine oder nicht Routine einlädt.

Jeder Tag führt den Beweis, daß sich der Mensch nicht an alles gewöhnt.  Theodor Fontane (1819 – 1898)

Jedes Jahr im Urlaub an den selben Ort? Das wäre mir persönlich zu langweilig, aber ich kenne viele Leute, die das so praktizieren. Die im Urlaub in ihre „zweite Heimat“ fahren. Wir fahren mehr oder weniger regelmäßig ans Meer (Borkum). Wenn das schon Gewohnheit ist, dann bitte gerne. Wir haben nirgendwo anders ein solch großes Erholungsgefühl, wie dort. Wir waren schon an verschiedenen Orten am Meer, aber nichts geht über Borkum. Die Insel schenkt uns Ruhe und Geborgenheit. Wir saug(t)en dort neue Kraft. Grundsätzlich soll es auch beim Urlaub aber Abwechslung geben.

Glücklich ohne Gewohnheit?

Gewohnheiten sind nicht immer schlecht. Sie können sehr gut für uns sein. Wenn wir uns tagtäglich gesund ernähren ist das eine gute Angewohnheit. Wenn wir es wie von selbst tun ist es Routine. Jeden Tag laufen, joggen, walken ist für uns (viele) eine gute Gewohnheit. Und erst durch die Regelmäßigkeit > Routine wird es gut > gesund. Woran wir uns gewöhnen, vergessen wir nicht.

Wenn ein Menschenkind auf die Welt kommt, erfährt es Gewohnheiten. Es soll möglichst feste Schlafzeiten geben. Zeit für essen und trinken, Zeit für kuscheln und vorsingen und trinken. In diesem Zusammenhang möchte ich euch mal einen Beitrag von der Autorin und Bloggerin Claudia Dieterle ans Herz legen: Der Sinn von Ritualen.

Mein Bruder und ich haben, seit wir wissen, was Weihnachten ist, jedes Jahr zu Hause bei den Eltern den Weihnachtsbaum geschmückt. Ich habe ihn sogar noch geschmückt, bis meine Eltern starben. Ein lieb gewonnenes Ritual, dass ich über 40 Jahre gemacht habe. Ich glaube, dass wir daher auch ein „anderes“Bewusstsein für Weihnachten bekamen. Im ersten Jahr ohne Eltern war es schon ein seltsames Gefühl dieses Ritual nicht mehr vollziehen zu können. Auch wenn einem bewusst ist, dass ein Leben nun mal endlich ist.

Wenn sich ein Mensch erstmal angewöhnt hat, alles negativ zu sehen und gerne zu schimpfen, ist es schwierig diese Routine zu durchbrechen.

Gewohnheit und Recht?

Wir kennen das Gewohnheitsrecht. Es kommt nicht durch Gesetze zustande, sondern entsteht aus andauernder Anwendung einer bestimmten Gepflogenheit > Gewohnheit, gegen die über lange Zeit kein Widerspruch eingelegt wird. In vielen Fällen ist das Gewohnheitsrecht genau so verbindlich wie das Recht aus dem geschriebenen Gesetz.

Ich glaube, dass wir durch Gewohnheiten und Routinen empfänglicher werden für Werte und gute Traditionen. Nicht jede Tradition ist eine gute. Dessen bin ich fazitmir bewusst. Dass jeder Mensch da andere Maßstäbe setzt ist gut so. Kinners, watt wäre das langweilig, wären wir alle gleich. Ist glücklich sein ansich nicht schon Gewohnheit? Weil zufriedene Menschen die Angewohnheit haben, jeden Tag etwas zu tun, dass sie glücklich macht?

Ich habe gerne meine Freiräume, die ich mir auch durch Routine in manchen Tätigkeiten und durch die gewonnene Zeit schaffe. Platz für Spontanität muss für mich auf jeden Fall sein.

Die Gewohnheit nimmt auch der besten Speise den Geschmack weg. Aus Schlesien (17. Jahrhundert)

Und um noch mal auf Nicoles Beitrag zurück zu kommen. Gerade beim Essen mag ich es gerne sehr abwechslungsreich. Jeden Tag das selbe Brot, Marmelade, Wurst u.s.w wäre ein Graus für mich. Und beim Kochen bin ich schon immer einer, der gerne experimentiert und Vielfältigkeit liebt. Ich glaube für mich einen guten Mix aus „Freiheit“, Pflichten, Routine und Gewohnheiten gefunden zu haben.

Eni findet es „spooky“, wie viele Routinen und Rituale es in ihrem Leben gibt. Und das hat sie erschrocken fest gestellt. (klick)

Wie steht ihr zum Thema Routine?
Ich freue mich auf eure Kommentare.

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Hans

Ich bin 1961 geboren und ein großes Interesse gilt dem Bloggen, Foren und dem Internet mit vielen seiner vielfältigen Facetten. Über das Bloggen kann man unter anderem viele interessante und tolle Menschen kennen lernen.

35 KommentareIch freue mich über jeden Kommentar

  • Lieber Hans,
    vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade. Du hast das Thema wirklich sehr umfassend beleuchtet und ich freue mich besonders, einen Einblick in dein Leben zu bekommen.
    Ich denke, ich sollte mir auch mal Borkum anschauen :)

    Herzliche Grüße

    Nicole

  • Hallo Hans,

    toller Beitrag und alleine schon beim Kaffee stimme ich dir zu ;-)
    Rituale sind mir und meiner Familie sehr wichtig und danach habe ich auch meine Tochter erzogen. Es soll ihr den gewissen Halt im Leben geben und eine stabile Konstanze an der sie sich festhalten kann und vielleicht gerade dadurch nicht vom rechten Weg abkommt und bei ihrer eigenen Familie weiter führt.
    Gewohnheiten hat jeder Mensch, egal ob Gute oder Schlechte, sie zu erkennen als diese ist schon schwieriger und sie dann zu ändern noch mehr. Der Spruch: Wir Menschen sind Gewohnheitstiere! kommt nicht von irgendwo.
    Routine kann schnell zur Gewohnheit werden, aber du hast eh alles sehr schön beschrieben, deshalb spar ich mir den Text jetzt einfach :-)
    lg Tanja

    • Hallo Tanja,
      und lieben Dank für deinen Kommentar.
      Mit den schlechten Gewohnheiten stimmt schon. Wer aber legt fest, was gut und schlecht ist. Für den einen ist Alkohol trinken eine schlechte Angewohnheit. Ein anderer wird dir den Marsch blasen und sagen, dass Alkohol Genussmittel ist und zwingend zum Essen dazu gehört.

      Aber entscheidend ist ja eh, dass wir für uns eigene Maßstäbe haben, an die wir uns anlehnen können. Das soll, darf und kann ein jeder für sich sehen. ;-)

      Alles, was Halt gibt und Werte vermittelt ist auch m.E. gut

  • Halle Hans,

    ach, meine morgendlicher Kaffee – eine herrliche Gewohnheit und Routine – und wehe dem, der daran rüttelt.

    Im restlichen Leben liebe ich aber das Spontane, nur ist das nicht immer möglich. Mein Job ist zum Glück so geartet, dass dort nur recht wenige routinemäßige Aufgaben anfallen. Die, die es gibt werden größtenteils automatisch erledigt. Der Rest im Job ist eher spannend und jeden Tag passieren neue Dinge – das wird nicht langweilig.

    In der Freizeit und im Urlaub sind wir auch eher spontan in unserem Leben. Aber auch hier schleichen sich schnell Routinen ein. So z.B. bei unseren Wohnmobiltouren – Herr Jansen mach morgens lecker Frühstück, derweil Frau Jansen noch ein wenig länger schläft – aber das ist ja nichts schlechtes. Eigentlich ist das schon ein lieb gewonnenes Ritual geworden.

    Es gibt natürlich auch diese schlechten Angewohnheiten – bei mir die Raucherei – keine Frage. Aber, *hach* – was soll man machen ;-)

    LG Thomas

  • Hallo Thomas,

    Platz für Spontanität muss auf jeden Fall sein.
    So ganz ohne „schlechte“ Angewohnheiten ist ja fast schon fad.

    bei mir die Raucherei – keine Frage. Aber, *hach* – was soll man machen

    einfach aufhören https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif

    Ich weiß, ich hab gut reden. Nächsten Monat bin ich übrigens ein Jahr rauchfrei. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif
    LG Hans

  • Hallo Hans,
    eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema. Ich finde Rituale wichtig, sie geben Sicherheit, besonders für Kinder. Aber es ist auch wichtig, seine Rituale auch mal zu überdenken und bei Bedarf zu ändern. Oft braucht es dazu einen Anstoß von einer dritten Person. Das hast Du treffend beschrieben, dass Gewohnheiten auch blind machen. Vielen Dank auch für die Verlinkung.
    Viele Grüße
    Claudia

    • Hallo Claudia,
      immer sehr gerne. Ist doch „Ehrensache“. Ich denke, dass manche Rituale / Gewohnheiten schon auch den Kindern Werte vermitteln.
      Lieben Gruß Hans

  • Lieber Hans,

    sehr viele schöne Gedanken, die Du Dir gemacht hast! Und vieles finde ich in mir selbst wieder. Als ich mir für Nicole´s (www.nicmag.de) Blogparade zum Thema „Routinen und Rituale“ so meine Gedanken gemacht habe, wurde mir erst bewusst, wie wichtig und bereichernd (manchmal auch ziemlich nervend) sie sind. Hier kannst Du ja mal reinlesen: http://thirty-ehrlich.de/routine-rituale/
    Danke für die schönen Tages-Gedanken! Eni

    • Hallo Eni,
      herzlichen Dank und herzlich Willkommen.
      Ich hatte mich schon reingelesen bei dir und dich ja auch im Beitrag verlinkt. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif
      Ich werde dich aber auch noch besuchen.
      LG Hans

  • Lieber Hans
    ich hatte auch schon überlegt, ob ich an dieser Blogparade teilnehmen möchte, denn ich suche für mich immer wieder Ideen, wie ich mir ein gutes Abendritual mit erholsamen Schlaf aufbauen kann. Den Kaffee am Morgen brauch ich wie du und einige der Kommentatoren über mir auch jeden Morgen. Das fing allerdings erst im „Alter“ an, sprich so kurz vorm 30. Geburtstag. Davor war ich so gar kein Kaffee Fan. Bei meinen Eltern gab es früher jeden Sa Suppe. Das war so eine Sache, an der war nichts zu rütteln. Sa ist Suppentag, komme was wolle. Nur mein älterer Bruder hatte seine Extrawurst, da er angeblich ja keine einzige Suppe mochte https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif
    Annie

    • Hallo Annie,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar.

      Dass du 30 schon als „alter“ ansiehst, kann ich nicht so stehen lassen, sonst befände ich mich ja im Greisenalter. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif

      Bei uns war es ein paar Jahre so (als ich noch heranwachsender war), dass die Familie Samstags zum Wochenmarkt ging. Da gab es dann Bratwurstbrötchen oder Backfisch. Das fand ich gar nicht mal so uncool. Der „Muff“ von der Würstchenbude wurde dann abends weggebadet.

      Wegen eines Rituals zum schlafen. Kannst du eine CD hören mit etwas entspannenden?
      Ich gehe, wenn es mit dem einschlafen nicht so ganz klappt, gedanklich auf meine Ruheinsel. Da ist alles schön, angenehm ruhig, frei von jeglicher Hektik und es weht ein angenehm laues Lüftchen. Es gibt etwas erfrischendes zu trinken und einen super tollen Schlafplatz.

      Manchmal verpasse ich das Schiff zur Insel (es funktioniert nicht so recht), aber mit der Zeit wird es besser und ich entdecke immer neue schöne Fleckchen auf dem Eiland.
      Ich wünsche dir von Herzen, dass du eine Technik findest, die dich ruhig unfd gut schlafen lässt.
      Lieben Gruß
      Hans

  • Hallo Hans,

    ein interessanter Artikel. Und obwohl ich das erste Zitat von Goethe, gerne unterstreichen möchte, bedeutet dies auch Müßiggang. Die richtige Mischung ist, vermutlich wie so oft, ein guter Schritt zu einem gelungenen Leben. Nach meiner Erfahrung ist die Wertigkeit, von Gewohnheiten und Ritualen, je nach Altersklasse, sehr unterschiedlich ausgeprägt. Der Jugendliche „Rebell“ verdammt sie, der lebenserfahrene Mensch weiß ihren Wert zu schätzen und empfindet das von Goethe beschriebene Behagen.

    • Hallo Ingo,
      danke für deinen Kommentar. Ich würde das Zitat auch nicht verallgemeinernd unterschreiben. W.G. ein bissel Platz für Spontanität brauch ich für meinen Teil schon.
      LG Hans

  • Letztendlich ist Routine besonders im Alter Gift fürs Gehirn. Und gerade dann brechen die Menschen aus ihren Gewohnheiten nur noch selten aus, wie du treffend bemerkt hast. Gerade ein etwas unsteter Lebenswandel fördert das Gedächtnis, aber das wird meist zu spät begriffen.
    LG
    Nora

    • Hallo Nora,
      Gedächtnisstraining wird durch Routine natürlich nicht gerade gefördert. Es gibt eben „nur“ ein Gefühl der „Sicherheit“.https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif
      Danke für dein Feedback.
      LG Hans

    • Hallo Nora,

      Routine bedeutet doch nicht zwingend Stillstand, oder?
      Wie ein, Zitat: „… etwas unsteter Lebenswandel …“ das Gedächtnis fördern soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht hast Du ja ein Beispiel parat, aus dem hervorgeht, wie Du das meinst?

      • @Ingo: Nehmen wir mal das Beispiel eines älteren Menschen, der aus Routine immer im selben Geschäft einkauft, und das schon seit Jahrzehnten. Er weiß, wo was in den Regalen steht, hat dort seine Lieblingsprodukte und kommt so am schnellsten beim Einkaufen voran. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden. Aber: Sein Gehirn wird in dieser Hinsicht (was die Aufmerksamkeit und die Orientierung angeht) nicht mehr gefordert. Unser Gehirn braucht aber Übung in jedweder Hinsicht, um nicht einzurosten. Der eine vielleicht mehr, der andere weniger, das ist sicher individuell verschieden, aber Fakt ist, dass pure Routine unsere Sinne abstumpft. Noch ein Beispiel: jeden Tag mit den selben Menschen über (fast) dieselben Themen reden. Die Antwort des anderen schon im voraus wissen…kann alles ungemein beruhigend sein, sicher, bringt aber keine intellektuelle Herausforderung mit sich. In vielen Fällen habe ich festgestellt, dass Menschen, die sich aktiv immer neuen Situationen stellen, mental flexibler bleiben. Wie gesagt, das ist nur meine persönliche Auffassung und Erfahrung und jeder ist frei, etwas anderes zu denken.
        LG Nora

      • Hallo Nora,

        danke für Deine Beispiele. Ich war die Ansicht Gedächtnistrainings, in form von Kreuzworträtseln oder IQ-Tests, seien eine gute Lösung, mit alltäglichen Routinen (weil bewährt und gut) zu leben.
        Letztlich führt aber auch das zur Routine. Antworten sind automatisiert und nicht mehr aussagekräftig. Eine hohe Intelligenz wird nur vorgetäuscht, da man durch Routine in der Lage ist, zwei bis drei ständig wiederkehrende Muster zu analysieren.

      • Hallo Ingo,
        da stimme ich dir zu, sobald man die Muster der Tests etc. erkannt hat, wird auch das zur Routine. Daher halte ich auch mehr davon, in den (Arbeits- und Freizeit)-Alltag immer wieder Neues einzubauen.
        LG Nora

  • Hallo Hans,

    so umfangreich habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht. Für mich persönlich bedeutet Routine auch immer in irgendeiner Form Entspannung, denn dann kann sich der Kopf auch etwas ausruhen. Das können ja die banalsten Dinge sein, z.B. wie man das Geschirr in den Schrank räumt. Man muss dann während der Tätigkeit nicht mehr denken ;-) Gerade wenn man beispielsweise einen Job hat, bei dem man eben überhaupt nicht mit Routine zu tun hat, sind solche Gewohnheiten meines Erachtens wichtig, denn sonst produziert das teilweise unnötigen Stress.

    Genauso können manche Leute umso besser im Urlaub entspannen, wenn sie die Gegend schon gut kennen. Manche wollen sich ja auch gar nicht mit neuen Dingen befassen (müssen). Da ist man halt unterschiedlich gestrickt.

    Ich brauche eine gute Mischung, aber in meinem Alltag mag ich die Routine sehr ;-)

    Liebe Grüße

    Sarah

    • Hallo Sarah,
      schön, dich zu lesen. Danke für dein Feedback.
      Sehe ich genauso. Gewohnheiten oder Routinen können manches vereinfachen.
      Außer Borkum wäre mir Urlaub immer am selben Ort wohl zu langweilig. 2-3 mal, ja nchdem, was es dort gibt ok. Öfter? Lieber nicht.

      Ich denke auch, dass es zum einen sehr individuell ist und fahre selber, mit der von dir genannten guten Mischung, recht gut. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif

      Lieben Gruß Hans

  • Toller Artikel. Da kommt man mal wieder selbst ins Überlegen und macht sich Gedanken, wie man sein Leben lebt.

    Ich persönlich schätze Gewohnheit und Routine, wobei ich auch immer wieder gerne mal etwas Abwechslung ins Leben bringe.
    Ich denke, man sollte immer wieder einmal einen Blick ins eigene Leben werfen, um zu sehen, ob gewisse Dinge zu sehr Alttag geworden sind und sie deswegen vielleicht geändert werden sollten, oder auch, ob man gewissen Dinge mehr zur Gewohnheit werden lassen soll (z.B. gewisse „arbeiten“ regelmäßig machen).

    Jeder Mensch muss hier den richtigen Mittelweg finden.

    • Hallo Wolve,
      ich denke auch. Wenn man nach seiner Lebensinventur zum Schluss kommt, dass es einen guten Mittelweg gibt, dann darf man durchaus auch zufrieden sein.
      Danke für deine Meinung.
      HG Hans

  • Hallo Hans,

    ich versuche jeden Tag zu nehmen wie er kommt. Allerdings ist das nur sehr begrenzt umsetzbar, denn die Struktur ist fremdbestimmt. Schulbeginn, meine Tochter muss zur Schule gebracht werden, Arbeitsbeginn für mich, Arbeitsende danach ganz schnell zur Schule – Kind wieder abholen.

    Nachmittags dann Freizeitaktivitäten: Tanzen und Sport (meine Tochter, ich nicht ; ) mehrmals pro Woche. Es bleibt wenig Raum für Spontaneität. Es gibt wenige Riten oder Gewohnheiten, die ich immer gleich mache. Ich frühstücke und dazu gönne ich mir immer eine große Tasse Tee. Mittagessen ist meistens eine ganz spontane Entscheidung, manchmal fällt es auch aus….

    Abends kommen dann meine Gewohnheiten. Ich versuche um 20h vor dem Fernseher zu sein um mit meinem Mann die Nachrichten zu schauen. Die Gestaltung des weiteren Abends ist spontan. Ich habe keine feste Zeit zu der ich dusche, zu der ich ins Bett gehe. Kein Duschgel, was ich immer benutze… Was wir immer machen, ist am Wochenende ausgedehnt frühstücken.

    Liebe Grüße, Bee

    • Hallo Bee,
      ich gehe jetzt nicht nach Uhr schlafen, aber es bewegt sich schon immer um die selbe Zeit + – 10 Minuten. Da schickt mich wohl die innere Uhr, die mir sagt, es ist eine gute Zeit und du bekommst soviel Schlaf, dass er dir gut tut.

      Da verdienst Du Respekt. Mit Kindern wird einem in der Tat ein Teil der Struktur auferlegt. Ich habe mal mit meiner Mutter so Revue passieren lassen, wie oft und wo sie uns Kinder (3) überall hingebracht und geholt haben und welch organisatorischer Drahtseilakt das manches mal war. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif

      LIeben Gruß Hans

  • Hallo Hans,

    meine Devise ist: „gibt Dir jemand liniiertes Papier, schreib quer darüber!“

    Genauso handle ich mit Routinen und Gewohnheiten: ich vermeide sie, bis auf 3 – meine Morgen- sowie Abendrunde, was eine mentale Angelegenheit ist, sowie der morgendliche Espresso.

    Das hält mich munter und frisch (mit 61 Lenzen), zudem gibt es immer wieder neue Herausforderungen, ohne die ich mir mein Leben nicht vorstellen könnte.

    Ich esse, wenn ich hungrig bin; gehe schlafen, wenn ich müde bin; erledige Dinge, wenn ich Muße und Lust dazu habe… Sehe ich das als Gewohnheit an? Nein, ich lebe so, wie es mir gefällt! ;-)

    HG
    Peter

    • Hallo Peter,
      ich freue mich, dass du eine auf dich gut zugeschnittene Handlungsweise gefunden hast. Ohne die unverhofften und neuen Herausforderungen wärs auch ein wenig fad, oder?
      Übrigens: Ich bin ja auch ein großer Kaffeeliebhaber, aber früh Morgens schon Espresso? Wenn es keinen anderen Kaffee gibt, dann ja. ;-)
      LG Hans

  • Also bei mir überwiegt aktuell die Routine: Aufstehen, Frühstück, zur Arbeit gehe, heimkommen, Essen, jeden zweiten Tag ins Fitnessstudio, allfällige Arbeiten zu Hause und schlafen gehen.

    Einzig am Wochenenden, sollt ich Zeit haben, wird etwas „außer Plan“ unternommen. Das kommt aber aktuell nicht so oft vor, wie ich es mir wünschen würde.

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