Glaubensfragen – Darüber bloggt man nicht. Oder?

WebmasterFriday(1)(1)

Ostern steht vor der Tür. Ein hochfeierliches Fest für viele Menschen und für die Kirche. Für andere bedeutet es vielleicht nur, dass Ferien sind und / oder man Urlaub hat. Wenn man Glück hat, beschert uns Mutter Natur und Petrus auch frühlingshaftes und bereits wärmeres Wetter. Da macht die Eiersuche mehr Spaß.

Gründonnerstag

A pros pos Ostern. Ist uns eigentlich klar, was es mit Karfreitag und Ostern so auf sich hat? Ob uns allen das klar ist, kann ich nicht sagen. Ich kann aber sagen, dass es mir klar ist. Ich habe heute am Gründonnerstag sogar Spinat mit Eierkuchen gegessen. Diese Tradition wird vermutlich auch nicht jeder kennen. Muss ja auch nicht. Und außerdem hat der Gründonnerstag auch nichts mit der Farbe grün zu tun. Es verhärtet sich immer mehr die These, dass das „Grün“ im Donnerstag von „grei­nen“, also „weinen“ kommt. Hatte schon mal etwas darüber geschrieben: >>klick<<.

Und Ostern und das Drumherum hängt ja auch mit unserem Glauben oder Nichtglauben zusammen. Und darüber möchte der Oster-Martin (webmasterFriday) etwas wissen. Oder sagen wir mal so, er will wissen, wie sich Glaube und Bloggen finden. Hat Jesus etwas im Blog zu suchen? Nun, denken wir mal drüber nach, über

Glaubensfragen im Blog.

Ostern – Macht ihr Glaubensfragen zu einem öffentlichen Thema, so dass ihr auch darüber bloggen könnt?

Ich kenne natürlich die Bedeutung der christlichen Feste. Ich möchte keine Doktorarbeit darüber schreiben, aber sie sind mir geläufig. Ich lebe so, dass ich keinem etwas böses tue. Ich denke, ich bin ein guter Christ. Ich glaube, ich glaube auch an einen Gott. Ich bin mir nicht sicher, ob Gott oder Jesus es gewollt hätten, dass Kirche oft Prunk und Protz ist. Ich bin überzeugt, man kann ein gutes christliches Leben führen, ohne jede Woche in die Kirche zu gehen und ohne es jede Woche zu bloggen.

Ist Glaube Privatsache – und hat deshalb nichts im Blog zu suchen.

Eigentlich soll es für mich so sein. Aber: Das Leben und das Miteinander mit Menschen wird fast zwangsläufig durch Glauben mitbestimmt. Ich sag mal so: Ich versuche mein Leben und den Glauben (unterstellt er ist da) in friedlicher Weise zu vereinen. Der Gesellschaft entstehen durch mich hoffentlich keine Nachteile. Sie profitiert von einer friedlichen Lebensweise.

Glaubensfragen und Themen aber speziell im Blog zu starten verkneife ich mir. Es gibt zweifelsohne mal Themen, da bringe ich es mit ein. Das ist dann aber gut. Ok, aber gezielt muss nicht sein. Ich habe Sorge, dass man mich völlig missverstehen könnte, und habe „Angst, dass sich daraus etwas hoch schaukelt. Ich habe keine Angst, meine Meinung zu sagen, aber Beiträge in Form eines religiösen Bekenntnisses unterliegen schon der Gefahr, als aufdringlich empfunden zu werden. Und natürlich gerät man in Gefahr sich dort zu öffnen, wo ein möglicher Schlag auch richtig wehtun kann.

Wie kurz angesprochen habe ich so meine Probleme mit dem ganzen Brimbamborium, was wir oft in der Kirche erleben. Und da will ich mich gar nicht zu sehr rein steigern.

Wie geht ihr damit um, wenn andere sich öffentlich – also auch im Blog – zu ihrem Glauben bekennen?

Ich gestehe jedem Menschen sein Recht zu. So lange alles friedlich und korrekt ist, stört es mich nicht. Ist in Ordnung, wenn andere darüber bloggen. Ich möchte nichts radikales lesen. Und ich möchte nicht den Eindruck haben, missioniert zu werden. Jeder, wie er im Rahmen des gesetzlichen mag. Wenn mir was nicht gefällt, mache ich von meinem Recht und der Möglichkeit Gebrauch, den Blog zu verlassen.

Ich gestehe jedem das Recht zu, seine Fragen mit einem Gott ganz für sich zu klären. So nehme auch ich mir das Recht.

In jedem Falle wünsche ich euch allen ein schönes Osterfest. Wie auch immer ihr es gestaltet. Egal welcher Konfession ihr seid. Macht euch gute Tage. und nehmt etwas mehr Farbe für die Eier, damit ihr sie im Schnee gut findet. Frohe Ostern und euch allen eine gute Zeit. Und natürlich freue ich mich über jede Meinung. Ihr seit herzlich eingeladen.

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Hans

Ich bin 1961 geboren und ein großes Interesse gilt dem Bloggen, Foren und dem Internet mit vielen seiner vielfältigen Facetten. Über das Bloggen kann man unter anderem viele interessante und tolle Menschen kennen lernen.

21 KommentareIch freue mich über jeden Kommentar

  • Wären die Bloggerfacebookgruppen nicht mit DIY für die Osterzeit zugemüllt, hätte ich Ostern komplett vergessen.

    Wenn man seinen Glauben vertreten, erklären und ja, auch im Rahmen von dezent, missionieren will, kann man dies auch auf seinem Blog tun – ich als Leser bin ja nicht gezwungen das zu lesen, zu glauben und selbst für mich so zu machen dann.

    Aber es gibt so vieles an das man glauben kann ;) So hat Glauben für mich weniger mit Religionen/Kirchen zutun.

    Ich frag mich was dich aber am Wort radikal stört?
    Zu sehr verknüpft mit Extremisten, die Dritte überzeugen wollen?

  • Nachtrag: Wenn man halt darüber schreibt, muss man halt auf sprachliche Feinheiten achten. Also man muss – vor allem bei solchen Themen – viel und weit ausholen und auch selbst von sich preisgeben woher die Überzeugungen kommen. Würde man es nicht machen, kann leicht ein falsches Bild entstehen.

    (Zb, zum Thema abnehmen, finde ich die Beiträge „So nimmst du ab!“ immer relativ schwachmatig und auch das Thema ist kompliziert und weitläufig und würde ich deswegen immer aus der „Ich“-Perspektive erzählen („So nahm ich ab!“ also))…

    Manche Dinge muss man halt bissl erklären. Und kann nicht einfach Dödeldö sie niederschreiben.

    • Hallo Christiane,
      danke herzlich für dein feedback. Ich hab im Grunde nichts gegen weit auszuholen.
      Vielleicht bin ich da über-vorsichtig. Nicht, weil ich eine Diskussion oder einen Konflikt scheue. Heute muss man aber fast jedes Wort auf die Goldwaage legen oder umschweifen, damit es nicht möglicherweise als „falsch“ angesehen wird. Ich unterhalte mich f2f gerne mit jemanden über solche Themen und es ist in der Regel unproblematisch.

      Aber, wie gesagt. Mit einfließen lasse ich es. Vielleicht denke ich da demnächst auch anders drüber. Ich leg mir das auf jeden Fall unters Kissen.

      Ich frag mich was dich aber am Wort radikal stört?
      Zu sehr verknüpft mit Extremisten, die Dritte überzeugen wollen?

      Vermutlich ist es diese Verknüpfung. Schon krass irgendwie.
      Wünsche Dir aber ein schönes Ostern. Mach das beste draus.
      LG Hans

      • Ja, man muss jedes Wort auf die Goldwaage legen – aber so funktioniert eben die Sprache XD
        Und von F2F hat man eben noch Tonlage, Mimik, Gestik, um dem gegenüber die gewünschte Aussage unmissverständlich zu präsentieren – hat man beim Schreiben nicht, deswegen muss man überlegen welches Wort, welcher Satzbau, welches Gedöns…

        (Wobei ich vor kurzem es schaffte einer Freundin total emotionslos über den Tierschutz/Naturschutz zu berichten, obwohl ich selbst das als wichtig erachte)

        Wenn man sich darüber im Klaren ist, dass das was man schreibt nicht auch 100% vom Leser immer so (GENAU so) verstanden wird, wie man es meint, kann man dagegen einlenken – indem man dann nachfragt nach besseren Formulierungen und Co.

        Und viel wichtiger ist, man muss sich darüber im Klaren sein, was für eine Message man vermittelt und auch glaubhaft vermitteln will. Ich kann nicht sagen, dass gegen Palmölplantagen bin, aber unbekümmert mir Produkte mit eben diesem Inhaltsstoff kaufen und dann aber darauf bestehen, dass man mich nicht als Quacksalber abstempelt ;)

        Schönes Wochenende :)

      • Hallo Christiane,
        es kann noch so viel Hilfsmittel geben, wie Smilies, Akronyme oder Inflektive. Die Mimik und den Tonfall trifft man im Netz nie so, wie real. Ist zwar auch ein Stück spannend, aber diese Art der Spannung muss man in einer ausgedehnten Diskussion ja nicht haben.

        Ich will grundsätzlich beim diskutieren kein Blatt vor den Mund nehmen. Daher auch eine „gewisse“ Zurückhaltung bei diesen Themen. Jetzt hab ich über Ostern noch Material zu nachdenken. https://www.tages-gedanken.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif
        Danke und ein schönes Wochenende.
        LG Hans

  • Guten morgen Hans,
    sehr interessant zu lesen und auch sehr gut und offen formuliert dein Beitrag,
    Es entspricht im Großen und Ganzen meinen Gedanken darüber, die ich eben gepostet habe.
    Der Begriff “ radikal “ verhinder bei mir auch schon ein bisschen den Schreibstil, sollte nicht so sein, aber ist so !
    Ein schönes Osterfest wünscht dir
    Jutta

    • Hallo Jutta,
      danke herzlich für dein Feedback.
      Es ist aber in der Tat interessant, was wir – mehr oder weniger unbewusst – mit manchen Worten verknüpfen. Besser einmal mehr vorsichtig, als in ein Wespennest zu treten.
      Dir auch ein schönes Osterfest
      LG Hans

  • Der Oster-Martin!!!! Ob er schon Hasenohren hat?
    Ich denke, wenn man über seinen Glauben schreiben möchte, wäre es gut, wenn es zum Blogthema passen würde. In einem Beauty-Blog würde ich es seltsam finden, obwohl die jungen Mädels ja immer für eine Überraschung gut sind ;-)
    Man kehrt mit solchen Artikeln vielleicht doch automatisch sein Innerstes nach außen und es ist fraglich, ob man das will und auch sollte.
    Aber eigentlich muss das jeder selber wissen.
    Ich wünsche dir und den deinen frohe Ostertage!
    LG
    Sabienes

    • Hallo Sabienes,
      das ist natürlich ein wichtiger Punkt, dass das Blogthema es überhaupt mal hergibt. Und in manchem sollte man auf sein Inneres vertrauen. Danke und auch Dir ein schönes Osterfest.
      LG Hans

  • Hallo Hans,

    ich denke, dass jeder über das schreiben soll, was er gerne anderen mitteilen möchte. Und wenn es Religion ist, für mich ist das ok. So lange es nicht (wie du schon sagst) in Richtung Radikalismus oder Bekehrung geht. Ich kenne viele Menschen, die stark im Glauben verwurzelt sind und dieses auch in Gesprächen thematisieren, ich bin da tolerant, auch wenn es mich nicht wirklich anspricht.

    In meinem Leben spielt der Glaube so gut wie keine Rolle… Jetzt kommt etwas, was ich auf meinem Blog nie schreiben würde: Ich bin stellvertretende Chefredakteurin eines katholischen Magazins. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich kein gläubiger Mensch bin, das weiß auch die Redaktion. Meine Sichtweise in Bezug auf die katholische Kirche würde ich als kritisch, distanziert beschreiben.

    Über seinen Glauben zu schreiben ist für mich sehr persönlich, fast intim.

    Ich kenne natürlich die Bedeutung der christlichen Feste. Ich möchte keine Doktorarbeit darüber schreiben, aber sie sind mir geläufig. Ich lebe so, dass ich keinem etwas böses tue. Ich denke, ich bin ein guter Christ. Ich glaube, ich glaube auch an einen Gott. Ich bin mir nicht sicher, ob Gott oder Jesus es gewollt hätten, dass Kirche oft Prunk und Protz ist. Ich bin überzeugt, man kann ein gutes christliches Leben führen, ohne jede Woche in die Kirche zu gehen und ohne es jede Woche zu bloggen.

    Deine Einstellung gefällt mir sehr, Hans. Ich würde dich gerne als Autor für einen Artikel in unserem Magazin gewinnen. Schreib‘ mir doch bei Interesse bitte: bee@myeverdaylife.de

    Viele Grüße, Bee

    • Hallo Bee,
      danke sehr herzlich für dein Feedback. Richtig, das soll jeder mit sich ausmachen, was er da über seinen Glauben öffentlich macht.

      Ich habe übrigens auch schon mit „Kirchenleuten“ über manch antiquirt anmutende Regelungen in der kath Kirche gesprochen. Aber das alleine hat ja nichts mit dem jeweiligen Glauben unmittelbar zu tun. Dein Angebot durchdenke ich mal. Danke zunächst herzlich dafür und ich wünsche ein gutes Osterfest und oder langes Wochenende.
      LG Hans

  • Ich finde da nichts Schlimmes dran, wenn BloggerInnen über ihren Glauben schreiben oder über Themen, die sich mit dem Glauben beschäftigen. Warum auch nicht, es ist ein Teil des Lebens wie, ganz krass, das Einkaufen gehen.

    Nur, spielt der Glaube bei dem einem eine größere Rolle als bei einem anderen. Bei mir z.B. nur eine untergeordnete Rolle. Daher würde ich auch nicht über das Thema schreiben, weil es bei mir im Alltag auch keine Rolle spielt.

    Ich habe aber letztens erst einen sehr interessanten Artikel auf eine Blog gelesen, der sich um das Thema Glauben drehte und warum dieser für den Autor eine recht zentrale Rolle im Leben spielte (ich find den Link gerade nicht mehr). Ich fand das mal ganz interessant und auch sehr unaufdringlich. Vielleicht lag es auch daran, das in dem ganzen Artikel nicht einmal der Versuch vorkam, die Leserschaft von diesem Glauben zu infizieren.

    LG Thomas

  • Hallo Thomas,
    ja, darf sein. Ich würde eher kein Thema eröffnen, aber als Meinung in Beiträgen würde ich es einbringen.
    Gestern hat es mich aber doch gejuckt über etwas zu schreiben, dass ich auch als Katholik nicht nachvollziehen kann. Frankreich hat vor längerem einen Botschafter beim Vatikan vorgeschlagen. Den soll der Papst selber aber die Akkreditierung verweigert haben, weil der Botschafter homosexuell ist klick. Man hüllt sich in Schweigen. Und das im Jahre 2015. Das hat mit Reformen nicht viel zu tun. Nun denn. Danke.
    HG Hans

    • Das habe ich heute auch gelesen – kopfschüttelnd. Und das bestärkt mich in meiner Einstellung, das man auch wunderbar ohne Kirchen an irgendwas glauben kann ;-)

      LG Thomas

  • ein schöner artikel – und eine gute frage. ich denke, dass das jeder so halten soll, wie er will – solange es sich im gesetzlichen rahmen bewegt. also wenn jemand das bedürfnis hat, über seinen glauben zu schreiben ist das genauso legitim wie darüber zu schreiben, dass man „glauben“ nicht versteht. ich persönlich hab das noch nicht so zum thema gemacht, aber einfach, weil es für mich keine so große rolle spielt und sich mein weltbild für mich wie eine selbstverständlichkeit anfühlt. während ich weiß, dass es für andere anders ist – und gleichzeitig ein heikles thema, bei dem schnell jemand verletzt wird oder man selbst zum objekt von anfeindungen wird – egal, in welcher ausprägung man drüber schreibt.

    • Hallo Paleica,
      schön, dich zu lesen. full ack, ein allgemeingültig gibt es da nicht.
      Vielmehr wird man am besten auf seinen Bauch hören.
      Ich hätte auch Sorge, dass man mich missversteht. OK, manches lässt sich zurechtrücken. Manches aber auch möglicherweise nicht. Schaun wir mal.
      Danke herzlich für dein Feedback.
      LG Hans

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